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Der US-amerikanische Privatsender Fox bringt im Herbst 2012 die 3. Staffel von "Glee" ins deutsche Fernsehen. Zu Glee gibt es einiges auf Wikipedia und bei google/youtube zu finden. Wer Feuer gefangen hat kann sich die DVDs bestellen (nicht bei mir).
Hier nun ein ganz treffender Auschnitt eines Webseitenbeitrags (http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,739768,00.html)
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Natürlich geht es auch in "Glee" um den ewigen Kampf gegen das Vorurteil, dass Singen und Tanzen irgendwie schwul ist. Aber hier erhalten nicht nur Außenseiter - die pummelige, stimmgewaltige Mercedes (Amber Riley), der Rollstuhlfahrer Artie (Kevin McHale) und der heimlich homosexuelle Kurt (Chris Colfer) - eine Chance, sie selbst zu sein, sondern auch der linkische Football-Quarterback Finn (Corey Monteith) und die von Ehrgeiz zerfressene Rachel (Lea Michele). Zu den besten Szenen der ersten Staffel zählt jene, in der das Football-Team der Schule mitten auf dem Platz aus lauter Verzweiflung über ein fast verlorenes Spiel in eine hysterische Performance von Beyoncés "Put a ring on it" ausbricht. "Shock and awe" mal anders.
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"Glee", die Geschichte eines Highschool-Lehrers, der einen Musical-Club zu neuem Leben erweckt, stammt nämlich aus der Feder von Ryan Murphy, der die Fernsehwelt zuletzt mit dem abgründigen Schönheitschirurgen-Drama "Nip/Tuck" beschenkt hat. Murphy inszeniert eine Art "High School Musical" im Tonfall von "The Office" mit dem Herzen von "My Name is Earl" und der Musik von Beyoncé, Lady Gaga und Kanye West. Diese Kombination klingt gewagt, gehört aber zu den erfolgreichsten US-Fernsehformaten der vergangenen zwei Jahre - und kommt nun auch ins deutsche Fernsehen. Der eigentlich auf Kinderformate abonnierte Minisender Super RTL zeigt das poppig bunte, aber durchaus hintersinnige Schulspektakel
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Glee ist ein erstes Meisterwerk für das Thema Inklusion. Klar glaubt man auf dem ersten Blick, oh das ist nur ein Sing-Chor-Tanz-Spektakel für Kids in der Oberstufe, doch schon auf dem zweiten Blick, fällt doch den meisten der Rollstuhlfahrer auf. Schaut man sich die etwa 20 DVDs mit á 4 Folgen an, ist eine Überzahl an Inklusionsthemen vorhanden. Von Schwulen, Lesben, Farbigen, Dicken und Dünnen, Gläubigen und Ateisten, Ausländern, sowie von Menschen mit und ohne Macht. Ein breites Portfolio von Menschen die als Außenseiter gelten und sich über die ganze Sammlung an Folgen ein eigenes Selbstbewußtsein oft hart erarbeiten.
Mein Fazit: es sind zwar sehr viele Folgen, doch es lohnt sich ein paar davon anzusehen. Ein paar Ausschnitte gibt es wie oben schon erwähnt auf den gängigen Videoportalen.
Warum lohnt es sich? Weil die ernsten Themen, die einen auch sehr belasten können, da man ja auch ab und an damit zu tun hat. Doch durch die Musikstücke bekommt die Serie einen gewissen Schwung, der als Gegenpol gegen Schwermut und Drübsaal dient.
Da sieht man die hübschen Jugendlichen singen und performen, doch erst wenn man sich näher mit den Charakteren auseinander setzt, dann lernt man hinter die Fasade zu sehen und zu erkennen, wie zerbrechlich die Figuren sein können. Welche Makerade sie aufbauen müssen um im Alltag zu bestehen. Genau darum geht es mir: Ein Gefühl zu erlernen, Kerne zu erkennen, die sich hinter harten Schalen verstecken. Dazu ist Vertrauen, Empathie und der Wille notwendig das gegenüber erkennen zu wollen. Verstehen lernen bedeutet den Willen an seiner Stelle einen Moment stehen zu wollen. Wer diese Intention nicht mitbringt, der wird nie die Interessen der Verborgenen vermitteln zu können. Sind nach meiner These nun die Angepassten langweilig?
Ein Beispiel aus Glee: Die Schwester der Widersacherin Sue Sylvester stirbt. Der Chor singt zur Bestattung ein Lied, obwohl Sue zu den Kids nicht wirklich freundlich und entgegenkommend war. WARUM? Weil der Chor erkannt hat, was die Schwester für ein Mensch war. Die Schwester hatte ein leichtes Downsyndroom. Sue hatte als Kind ihre Schwester immer vergöttert, weil die Schwester durch ihre Behinderung eine Gabe hatte, die sie mit manchen Situationen leichter umgehen ließ als die "Nicht-Behinderten". Die Schwester war in einer bunten Welt aufgewachsen von lauter Imaginationen. Genau dieses Thema besang der Chor dann bei der Bestattung. Vielleicht erkannte Sue erst bei diesem Lied, das wirkliche Ausmaß des Talents der Person ihrer Schwester. Nun zu Glee: Glee ist eine gemachte Geschichte. Der Autor Ryan Murphy hat entweder ein breites Spektrum an amerikanischen Jugend-Verletzungen studiert, so dass er dermaßen viele Andeutungen deutlich machen kann und diese entsprechend zu transportieren weis, oder er hat ein extrem gutes Team an Psychologen, die sich mit der Materie auskennen. Aus meiner Sicht gibt es bestimmt noch das eine oder andere zu verstärken. Was mir Glee als "behinderter Mensch" auch nochmal deutlich gemacht hat ist, wie bei den "Nicht-Behinderten Menschen" mindestens soviele Dramen sich abspielen. Demnach ist die Fülle an Lernfeldern bei allen Menschen ähnlich gleich gelagert. So hatte ich früher immer wieder zu mir gesagt, "ach lass mal, sie haben ja keine Behinderung zu berücksichtigen" oder "wenn du eine Behinderung hätten dann würden sie bestimmt nicht so oder so reagieren". Das gleiche findet auch bei den Nicht-Behinderten statt. Wäre es dann nicht prima darauf hinzuweisen, dass man sich ohne Voruteile und Stereotissmen begegnet und sich als Spezialisten erkennt. Respekt ist für mich eine Erkenntnis um sich zu begegnen. Respekt vor dem berühmten Rucksack der zu bearbeitenden Themen, die sich jeder von uns aufgeladen hat.
Bei Fragen einfach eine E-Mail an
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Bei Interesse stelle ich gerne ein Seminar zur "mehr Sensibilisierung in der Begegnung" zusammen und lade dann ein. Bitte schreiben Sie mir dazu, warum Sie das Thema interessiert und welche Auslöser sie erlebt haben. |